Wie bleiben wir menschlich, wenn das Leben immer härter wird?
Lesung mit Nava Ebrahimi am Mittwoch 29.10. um 19:30 Uhr im Gemeindesaal der Christuskirche. Eintritt frei, Hutspende erbeten.
Nava Ebrahimi, 1978 in Teheran geboren, zählt zu den aufregendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur. Sie erhielt 2021 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Für »Sechzehn Wörter« wurde sie mit dem Österreichischen Buchpreis, Kategorie Debüt, sowie dem Morgenstern-Preis ausgezeichnet. Nava Ebrahimi studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln und arbeitete als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland sowie der Kölner Stadtrevue. Seit 2025 ist sie regelmäßige Kolumnistin der Süddeutschen Zeitung. Nava Ebrahimi lebt mit ihrer Familie in Graz.
Im Oktober ist Nava Ebrahimi in Grevenbroich zu Gast Sie wird aus ihrem neuen Buch „Und Federn überall“ lesen.
In ihrem Buch führt uns Nava Ebrahimi in die deutsche Provinz und verhandelt die großen Fragen unserer Zeit: In einem riesigen Geflügelschlachthof am Rand einer norddeutschen Kleinstadt kreuzen sich die Wege unterschiedlichster Menschen, darunter Sonja, alleinerziehende Mutter auf Jobsuche, und Nassim, geflüchteter Afghane mit Sehbehinderung. Als Nassim von einem Auto angefahren wird, bringt er es zu einiger Berühmtheit – und die Leute dazu, der eigenen Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Wie viel Menschlichkeit bewahren wir uns angesichts immer größerer Herausforderungen?
»Ich würde ihn gerne umarmen, tue es aber nicht, etwas an ihm verbietet es mir. Deshalb stehe ich nur da wie versteinert und schaue ihm dabei zu, wie er leidet. Ich hätte ihn nicht nach seiner Flucht fragen dürfen, nicht so früh, nicht so unvermittelt. Ich bilde mir ein, sensibel und emphatisch zu sein, aber meine Fähigkeiten beschränken sich am Ende auf meine eigenen Kopfgeburten, meine Romanfiguren, also letztlich wieder nur auf mich.«
(NAVA EBRAHIMI »UND FEDERN ÜBERALL«)