Verabschiedung Ulrike Scholtheis-Wenzel

  • 23.06.2026

Sie prägte die Gemeinde und gestaltete Veränderungen

Abschied von Pfarrerin Ulrike Scholtheis-Wenzel

Nach mehr als 40 Jahren als Pfarrerin verabschiedete die Paul-Schneider-Gemeinde Ulrike Scholtheis-Wenzel in den Ruhestand. Das Presbyterium, Kolleginnen und Kollegen und die Superintendentin des Kirchenkreises An Nahe und Glan, Astrid Peekhaus, würdigten ihr Engagement, das weit über die Kirchengemeinde hinausreichte.

Es war ein festlicher und bei allem Bedauern über ihren Weggang auch fröhlicher Abschied, den die Gemeinde ihrer Pfarrerin bereitete. Zu den Gästen in der voll besetzten Matthiaskirche gehörten unter anderem auch Karl Adolf Schneider, Sohn des Namensgebers der Paul-Schneider-Gemeinde, und dessen Enkel Jürgen Schneider sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Gesellschaft.

Ihre Neugier auf das Alte Testament, die sie seit ihrer Studienzeit begleite, beschrieb Ulrike Scholtheis-Wenzel in ihrer Abschiedspredigt. Da fügte es sich gut, dass die Gottesdienstordnung für diesen Sonntag einen Text des Propheten Micha vorsah, der gegen Armut und Gewalt gepredigt habe. Hier ist von der Gnade Gottes und Vergebung der Sünden die Rede. Für die heutige Zeit bedeute dies nach ihren Worten Verantwortung jedes Einzelnen, bei Konflikten dem Gegenüber immer wieder zu verzeihen.

Im Rückblick auf vier Jahrzehnte Pfarramt in Bad Sobernheim erklärte die Theologin, die Kirche habe in dieser Zeit ein anderes Gesicht bekommen. „Wir haben den Kontakt zu vielen Menschen verloren“, bedauerte sie. Dankbar sei sie für 33 Jahre, die sie zusammen mit ihrem Ehemann Christian Wenzel den Predigtdienst versehen habe. „Mein Pfarrerleben geht zu Ende, aber nicht meine Leidenschaft zur Theologie“, betonte sie. Zu dem leichten Gepäck, das sie auf ihrem Umzug an den Rhein begleite, gehöre darum die Bibel in hebräischer und griechischer Sprache.

Als „Teamplayerin durch und durch“ charakterisierte Superintendentin Astrid Peekhaus die scheidende Pfarrerin und beschrieb damit ihre Tätigkeit als Synodalassessorin, als ihre Vertreterin während der letzten acht Jahre. „Theologisch tief verwurzelt hast du die Gemeinde geprägt und Veränderungen gestaltet“, wandte sie sich an Ulrike Scholtheis-Wenzel. Astrid Peekhaus beschrieb deren Bemühen um Menschen, die sich der Kirche abgewandt haben, auch wenn dies manchmal schwergefallen sei und entpflichtete sie im Kreis ihres Presbyteriums sowie von Kollegen und Prädikantinnen von ihrem Dienst.

Nicht nur auf kirchlicher Ebene sei Ulrike Scholtheis-Wenzel eine Größe gewesen, betonte VG-Bürgermeister Uwe Engelmann beim anschließenden Empfang im Kirchgarten. Ihr öffentliches, aus der christlichen Botschaft abgeleitetes Eintreten für ein politisches Engagement von Kirche werde in der Öffentlichkeit fehlen. „Sie haben gezeigt, wie Fusion gehen kann“, fügte Peter Michel, Ortsbürgermeister von Abtweiler, hinzu und sprach damit den geräuschlosen Zusammenschluss der Kirchengemeinden Staudernheim und Bad Sobernheim an. Die anfängliche Befürchtung, Abtweiler könnte dadurch abgehängt werden, habe sich als haltlos erwiesen.

Gegenseitiger Respekt vor der Andersartigkeit des anderen prägte nach den Worten von Hans-Jürgen Eck, Pfarrer der Katholischen Gemeinde St. Willigis Nahe-Glan-Soon, das ökumenische Miteinander der beiden Kirchengemeinden. Was die Kollegin gesät habe, habe Wurzeln geschlagen und sei gewachsen, betonte er. Dies zeigte sich auch in einer musikalisch von einem Kinderchor untermalten Dankadresse der beiden Kindertagesstätten, für die lange Jahre lang die Kirchengemeinde die Trägerschaft hatte.

„Eine „besondere Fähigkeit auf Menschen jedes Alters zuzugehen und den Stellenwert von Gemeindeleitung deutlich zu machen“ bescheinigte Stephanie Enkirch, Vorsitzende des Presbyteriums, der scheidenden Seelsorgerin. Die Gemeinde hat trotz mehrfacher Ausschreibung der Pfarrstellte noch keine Nachfolge für sie gefunden. Nach den Worten von Superintendentin Peekhaus hat sie jedoch dafür gesorgt, dass die Gemeinde mit ihren vielen ehrenamtlichen Aktivitäten in der erwarteten Vakanz gut aufgestellt sei.

Marion Unger

Foto: In einem festlichen Gottesdienst in der voll besetzten Matthiaskirche verabschiedete die Paul-Schneider-Gemeinde Pfarrerin Ulrike-Scholtheis-Wenzel in den Ruhestand.

  • Marion Unger
  • Red