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Kirche von innen - wage Dich hinein!

Am letzten Sonntag durften wir als Gemeinde unter veränderten Bedingungen wieder Gottesdienst feiern. Dabei fiel mir eine Geschichte ein:

Sie handelt von einem Vater, der mit seinem Sohn spazieren geht. Sie kommen an allen wichtigen Punkten des Ortes vorbei, wie dem Bäckerladen oder der Arztpraxis. Vieles kennt der kleine Junge schon. Auf dem Marktplatz bleiben sie vor einem großen Gebäude stehen. Der Junge fragt seinen Vater: ”Papa, was ist das da für ein großes Haus?” “Das ist unsere Kirche”, sagt der Vater. Der Kleine antwortet: ”Oh die ist aber ganz schön groß und hat so riesige Fenster. Schade, dass die so schwarz sind!” Der Vater stutzt und sagt dann zu ihm: ”Du hast recht, mein Sohn. Von Außen sieht das ganz schon düster aus. Lass uns mal hineingehen. Ich glaube, Du wirst Dich wundern, wenn wir erst einmal drin sind!” Als sie die Tür öffnen und hineingehen, kommt der Junge aus dem Staunen nicht mehr raus. Licht strahlt durch die Fenster. Alles ist hell. Die Glasscheiben sind ganz bunt und es sind tolle Bilder, die sich sogar auf dem Fußboden der Kirche wiederspiegeln. Am Schluss der Geschichte sagt der Vater: ”Manchmal muss man erst in die Kirche reingehen, um zu sehen, wie schön sie ist!”

Das ist Kirche von innen, doch Kirche ist mehr als ein Gebäude oder die Insttution. Es ist gelebte Gemeinde, die den Glauben teilt und deren Mitte Jesus Christus ist. Es gibt Menschen, die betrachten die Kirche von außen und stellen nur fest, dass sie farblos und nichtssagend ist. Andere lassen sich darauf ein und treten ein. Wieder andere waren schon immer in der Kirche, aber für sie scheint die Sonne dort nicht.

Dies hat wohl auch damit zu tun, dass Kirche von innen nicht frei von Problemen ist und dort auch nicht nur “heile Welt” herrscht. Trotzdem würde ich jedem raten: “Wage es einzutreten, entdecke Deine Kirche von innen und sehe es als Chance für Dein Leben!”

Das Gemeindeleben kann man mit einem Feuer vergleichen: An den Stellen, an denen die Scheite aufeinander liegen, brennt es besonders gut. Nimmt man einen weg, dann ist er allein und verliert nach einiger Zeit auch seine Flamme.Wir brauchen Gemeinschaft und ein starkes Miteinander, damit wir unsere Fähigkeiten entfalten können.

Kirche von innen ist noch viel mehr. Es ist das Versprechen Jesu: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!

Viele Menschen sagen, dass der Glaube etwas Privates oder Persönliches ist und sie dafür die Kirche nicht brauchen. Im Glauben geht es um mich, um meine Sorgen und Sehnsüchte. Aber Glauben kann man nicht alleine leben. Durch die Gemeinschaft mit anderen Christen sind wir in der Lage, im Glauben zu wachsen.

Der Gottesdienst am Sonntag war geprägt von Dankbarkeit und Wertschätzung, die wir als Gemeinde zusammen erleben durften. Ich wünsche mir, dass wir auch in Zukunft als Gemeinde, gemeinsame Gottesdienste und andere Gelegenheiten, in vollen Zügen genießen können. Wir auch andere damit anstecken können, dass sich Kirche von innen lohnt!

Presbyterin Melanie Meyer

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