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Das ist die letzte Passionsandacht. Schön, dass Sie, dass du mit dabei warst!

Vorspiel

98       Korn, das in die Erde

1. Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt -
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

2. Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab,
wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab.
Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn?
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

3. Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,
unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn -
hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“

           „Amen!“

„Unser Anfang und unsere Hilfe steht im Namen des Herrn“

           „der Himmel und Erde gemacht hat!“

„Der Herr sei mit euch!“

           „Und mit deinem Geist!“

Psalm 130

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir.
Herr, höre meine Stimme!

Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!

Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst –
Herr, wer wird bestehen?

Denn bei dir ist die Vergebung,
dass man dich fürchte.

Ich harre des Herrn, meine Seele harret,
und ich hoffe auf sein Wort.

Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen;
mehr als die Wächter auf den Morgen
hoffe Israel auf den Herrn!

Denn bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.

Und er wird Israel erlösen
aus allen seinen Sünden.

Gebet

Gott,
es ist alles so leise – so still.
Gott,
bist du noch an unserer Seite?

Du trauerst um Jesus.
Und du bist zornig,
über der Menschen Dummheit, über ihre Gewalt.
Aber, dass sie keine Zukunft haben,
das tut dir leid, jetzt schon.

Gott,
sei nicht so still.
Wir trauern mit dir,
wir warten auf dich.
Rette ihn,
rette ihn aus dem Tod,
rette mit ihm – uns.

Wir warten auf dich Gott.
Lass uns nicht fallen,
bitten wir dich.
Amen

eg 178.9       Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie eleison

Jesaja 50.4-10

4 Gott der HERR hat mir die Zunge eines Schülers gegeben,
damit ich den Müden zu helfen weiss mit einem Wort.
Er weckt auf, Morgen für Morgen weckt er mir das Ohr,
damit ich höre wie ein Schüler.
5 Gott der HERR hat mir das Ohr aufgetan,
und ich bin nicht widerspenstig gewesen,
bin nicht zurückgewichen.

6 Denen, die schlugen, habe ich meinen Rücken dargeboten,
und meine Wangen denen, die mich an den Haaren rissen,
gegen Schmähungen und Speichel habe ich mein Angesicht nicht verdeckt.

7 Gott der HERR aber steht mir bei!
Darum bin ich nicht zuschanden geworden.
Darum habe ich mein Angesicht wie Kieselstein gemacht,
ich wusste, dass ich nicht in Schande geraten würde.

8 Er, der mir Recht schafft, ist nahe!
Wer will mit mir streiten? Lasst uns zusammen hintreten!
Wer ist Herr über mein Recht? Er soll zu mir kommen!
9 Seht, Gott der HERR steht mir bei,
wer ist es, der mich schuldig sprechen will?
Seht, wie ein Gewand zerfallen sie alle, Motten fressen sie.

10 Wer unter euch fürchtet den HERRN,
hört auf die Stimme seines Dieners?
Wer in der Finsternis geht und wem kein Lichtstrahl scheint,
der vertraue auf den Namen des HERRN und stütze sich auf seinen Gott!

585    Bleibet hier und wachet mit mir. Wachet und betet, wachet und betet!

Markus 15.40-41

40 Es waren auch Frauen da, die von weitem zusahen. Unter ihnen befanden sich Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus dem Jüngeren und von Joses, sowie Salome - 41 Frauen, die Jesus schon gefolgt waren und ihm gedient hatten, als er noch in Galiläa war. Auch viele andere Frauen waren da, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

Bleibet hier und wachet mit mir. Wachet und betet, wachet und betet!

Markus 15.42-47

42 Es wurde nun schon Abend, und es war Rüsttag, der Tag vor dem Sabbat, ´sodass die Zeit drängte`. 43 Da fasste sich Josef aus Arimatäa ein Herz, ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. (Josef war ein angesehenes Mitglied des Hohen Rates, und er war einer von denen, die auf das Kommen des Reiches Gottes warteten.) 44 Pilatus war überrascht zu hören, dass Jesus schon tot sei. Er ließ den Hauptmann rufen und fragte ihn, ob Jesus wirklich bereits gestorben sei.
45 Als der Hauptmann es ihm bestätigte, überließ er Josef den Leichnam.
46 Josef kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz ab und wickelte ihn in das Tuch. Dann legte er ihn in ein Grab, das in einen Fels gehauen war, und wälzte einen Stein vor den Eingang des Grabes.

47 Maria aus Magdala und Maria, die Mutter des Joses, sahen zu ´und merkten sich`, wohin der Leichnam Jesu gelegt wurde.

Bleibet hier und wachet mit mir. Wachet und betet, wachet und betet!

 

 

Andacht

Maria aus Magdala und Maria, die Mutter des Joses, sahen zu ´und merkten sich`, wohin der Leichnam Jesu gelegt wurde.

Sie haben einen Plan.
Sie sind verzweifelt, verloren, gedemütigt.
Und trotzdem haben sie einen Plan: Wenigstens das tun, was jeder Tote verdient hat.
Dass er gewaschen wird.
Dass er in ein sauberes Leinentuch gelegt und darin sorgfältig eingewickelt wird – noch einmal so eingewickelt wie ein Baby am Anfang des Lebens.
Und in das Leinen werden sie Salbei, Thymian und Ysop wickeln, damit es gut riecht. – Einen Büschel Ysop haben sie in das Blut des Lammes getaucht – als sie das Passah-Lamm geschlachtet – und mit seinem Blut den Türrahmen gekennzeichnet haben.

Die Frauen haben den festen Plan und sie verlieren ihn nicht aus den Augen:
Als sie hinter den Säulen vor Pilatus Palast warten, ob er den Leichnam Jesu herausgibt.
Als sie dem Josef aus Aramitäa in gebührendem Abstand folgen.
Als sie sich auf dem Friedhof mit den vielen Grabhöhlen, die alle ähnlich aussehen, das eine Grab merken, in das Josef Jesu Leichnam legt.
Als Josef geht und auch Maria aus Magdala und Maria die Mutter des Joses nach Hause eilen, der Sabbat beginnt.

Und vierundzwanzig Stunden halten sie an ihrem Plan fest.
Still, ohne groß Ankündigungen zu machen.
Leise, das Sabbatgebot beachtend,
die Kräuter, Salböl, Leinentuch eingesammelt.
Still und leise. Sie warten.

Sie warten, dass in der Dämmerung ein grauer von einem schwarzen Faden unterscheidbar wird, damit sie in der Kühle des Morgens zum Friedhof eilen können.

Sie warten bis zu diesem Morgen!

LzHuE 406    Im Dunkel unser Ängste

1. Im Dunkel unserer Ängste,
im Schrei aus unsrer Not:
|: Du leidest mit an unserm Kreuz,
du stirbst auch unseren Tod. :|

2. Im Frosthauch unserer Kälte,
im Kampf um Geld und Brot:
|: Du zweifelst mit an unserm Kreuz,
du stirbst auch unseren Tod. :|

3. Im Wahnsinn unsres Handelns,
im Krieg, der uns bedroht:
|: Du weinst mit uns an unserm Kreuz,
du stirbst auch unseren Tod. :|

4. In Nächten des Alleinseins,
in Tagen ohne Brot:
|: Du stirbst mit uns an unserm Kreuz,
du stirbst auch unseren Tod. :|

5. Im Sturm, der nicht zertrümmert,
im Schutz für unser Boot:
|: Du steigst mit uns von unserm Kreuz,
besiegst auch unseren Tod. :|

Fürbitte – Vater Unser

Herr, unser Gott,
Jesus ist tot!
Er ist nach menschlichen Maßstäben gescheitert.
In seinem Scheitern ist er uns oft näher,
als in seiner Auferstehung!
Wir bitten Dich, lass es uns aushalten,
wenn wir mit leeren Händen dastehen,
wenn wir keinen Sinn mehr sehen,
indem was wir denken, was wir tun.

!Herr, lass es uns aushalten!

Wir bitten Dich,
lass es uns aushalten,
wenn wir unser eigenes Gesicht
im Spiegel nicht mehr ertragen können,
wenn wir vor anderen unser Gesicht verloren haben,
wenn wir dein Wort nicht mehr ertragen können,
wenn wir in der Stille versinken und wie tot sein wollen.

!Herr, lass es uns aushalten!

Alles, was uns noch bewegt, sagen wir Dir in der Stille!

Vater Unser im Himmel …

Segen

Nachspiel

Bibelübersetzungen der Zürcher Bibel für das Alte Testament und der Neuen Genfer für das Neue Testament
An der Orgel Elvira Derevnin
Liturgen Waltraud Dalheimer, Kim Herrmann, Lea Meyer, Melanie Meyer.
Gebete Melanie Meyer, Michael Diezun
Andachten Pfarrer Michael Diezun, Karfreitag Pfarrerin Monika Ruge
Bild, Ton und Schnitt Marius Bornfleth

 

 

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