Die Texte der Passionsandacht lassen sich lesen, indem man auf das "Weiterlesen" drückt, aber man kann sich die Text auch hier herunterladen: Gründonnerstag

Vorspiel

225    Komm, sag es allen weiter

Komm, sag es allen weiter, / ruf es in jedes Haus hinein! / Komm, sag es allen weiter: / Gott selber lädt uns ein.

1. Sein Haus hat offne Türen, / er ruft uns in Geduld, / will alle zu sich führen, / auch die mit Not und Schuld. / Der Kehrvers wird nach jeder Strophe wiederholt.

2. Wir haben sein Versprechen: / Er nimmt sich für uns Zeit, / wird selbst das Brot uns brechen, / kommt, alles ist bereit.

3. Zu jedem will er kommen, / der Herr in Brot und Wein. / Und wer ihn aufgenommen, / wird selber Bote sein.

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“

           „Amen!“

„Unser Anfang und unsere Hilfe steht im Namen des Herrn“

           „der Himmel und Erde gemacht hat!“

„Der Herr sei mit euch!“

           „Und mit deinem Geist!“

Psalm 25

Nach dir, Herr, verlangt mich.
Mein Gott, ich hoffe auf dich;
lass mich nicht zuschanden werden,
dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.

Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret;
aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter.

Herr, zeige mir deine Wege
und lehre mich deine Steige!

Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!
Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte,
die von Ewigkeit her gewesen sind.

Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend
und meiner Übertretungen,
gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit,
Herr, um deiner Güte willen!

Der Herr ist gut und gerecht;
darum weist er Sündern den Weg.

„Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen."

Gebet

Wenn du unserer Sünden gedenkst,
du, heiliger Gott,
was bliebe uns anderes als fliehen,
als wegzulaufen.
Schaue uns an und ertrage uns Gott.
Nein,
du sollst uns nicht so lassen wie wir sind
seid Jugend an und als Ältere auch nicht besser.

Schaue uns an und heile uns unter deinem Blick,
dass das Üble von uns abfällt,
dass sichtbar sind, was wir wirklich sind:
Dein Ebenbild und deine Kinder!
Heilige uns, heiliger Gott!

Amen

178.9 Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie eleison

Exodus 12.1-11, 26-27

1 Und der HERR sprach zu Mose und Aaron im Land Ägypten:

2 Dieser Monat soll für euch der Anfang der Monate sein. Der erste von den Monaten des Jahres soll er für euch sein. 3 Sprecht zu der ganzen Gemeinde Israels: Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Tier für eine Familie nehmen, ein Tier für jedes Haus. 4 Wenn aber das Haus zu klein ist für ein Tier, soll man es zusammen mit seinem Nachbarn nehmen, der dem eigenen Haus am nächsten ist, nach der Anzahl der Personen. Ihr sollt bei dem Tier in Rechnung stellen, wie viel ein jeder isst. 5 Ein makelloses, männliches, einjähriges Tier soll es sein. Von den Schafen oder Ziegen sollt ihr es nehmen.

6 Und ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. Dann soll es die ganze Versammlung der Gemeinde Israels in der Abenddämmerung schlachten. 7 Und sie sollen von dem Blut nehmen und damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern bestreichen, in denen sie es essen.

 Das Fleisch aber sollen sie noch in dieser Nacht essen. Am Feuer gebraten, zu ungesäuerten Broten, mit bitteren Kräutern sollen sie es essen.
9 Nichts davon dürft ihr roh essen oder im Wasser gekocht, sondern am Feuer gebraten, den Kopf mitsamt den Schenkeln und den inneren Teilen.
10 Und nichts davon dürft ihr bis zum Morgen übrig lassen. Was aber übrig bleibt bis zum Morgen, sollt ihr im Feuer verbrennen.
11 Und so sollt ihr es essen: die Hüften gegürtet, die Schuhe an den Füssen und den Stab in der Hand; und ihr sollt es in Eile essen, ein Passa ist es für den HERRN. …

26 Und wenn eure Söhne und Töchter zu euch sagen: Warum habt ihr diesen Brauch? - 27 dann sollt ihr sagen: Es ist ein Passaopfer für den HERRN. Er ist an den Häusern der Israeliten in Ägypten vorübergegangen, als er Ägypten schlug, unsere Häuser aber hat er verschont. Da verneigte sich das Volk und warf sich nieder.

181.6 Laudate omnes gentes, laudate dominum. Laudate omnes gentes, laudate dominum.

Markus 14.17-26

17 Als es Abend geworden war, kam Jesus mit den Zwölf. 18 Während sie bei Tisch waren und aßen, erklärte er: »Ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten – einer, der hier mit mir isst.«

19 Die Jünger waren bestürzt, und einer nach dem anderen fragte ihn: »Doch nicht etwa ich?« - 20 »Es ist einer von euch zwölf«, erwiderte er, »einer, der mit mir ´das Brot` in die Schüssel taucht. 21 Der Menschensohn geht zwar den Weg, der ihm in der Schrift vorausgesagt ist; doch wehe dem Menschen, durch den er verraten wird! Für diesen Menschen wäre es besser, er wäre nie geboren worden.«

22 Im weiteren Verlauf des Essens nahm Jesus Brot, dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es den Jüngern mit den Worten: »Nehmt, das ist mein Leib.«

23 Dann nahm er einen Becher ´mit Wein`, sprach ein Dankgebet, gab ihn den Jüngern, und sie tranken alle daraus. 24 Er sagte zu ihnen: »Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. 25 Ich sage euch: Ich werde nicht mehr vom Saft der Reben trinken bis zu dem Tag, an dem ich den neuen Wein trinken werde im Reich Gottes.«

26 Nachdem sie dann ein Loblied* gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

*Nach dem Passamahl werden die Psalmen 114-118 gesungen

Laudate omnes gentes

Andacht

»Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“

Wir sind so sehr die Worte des heiligen Abendmahls gewohnt.
Wir stolpern nicht mehr über „das Blut“, „der Bund“, „für viele vergossen“.

Jesus feiert am Donnerstag wie alle Juden zu Beginn des Passahfestes gemeinsam mit Freunden das Mahl, das Passahmahl. Sehr, sehr gut passt dieses Mal zur Situation der Jüngerinnen und Jünger Jesu:

Auf der Flucht schon sollen sie im Mantel, Gürtel um die Hüfte, in den schweren Schuhen und die Wanderstöcke in der Hand essen. Essen auf der Flucht, hastig und gierig. Nichts soll von dem Lamm übrigbleiben, alles gegessen werden – wer weiß, wann es ein nächstes Mal etwas zu essen gibt und wann endlich wird es wieder einmal Fleisch sein. Essen, schon auf der Flucht.

Das Blut des Lammes rettet die Juden. Der Würgeengel wird an den Häusern, die mit dem Blut des Lammes gekennzeichnet sind, vorbei gehen, Passa – Pass-over in Englisch.
In allen anderen Häusern der Ägypter, auch im Palast wird jede, jeder der zuerst geboren ist, sterben. Nur durch dieses Blutbad lässt sich der Pharao überzeugen, die Sklaven, die Juden und Jüdinnen, ziehen zu lassen.

Einen hohen Preis zahlt Gott, um sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten heraus in die Freiheit zu führen.

Auf der Flucht essen auch die Jünger und Jüngerinnen Jesu das Mahl.
Sie fliehen Jesus. Sie haben Angst um ihr eigenes Leben.
Sie wissen nicht mehr, was das soll, dass Jesus in Jerusalem sterben will, wofür? Die Gemeinschaft ist zerbrochen.
Auf der Flucht das Mahl und die Worte Jesu:
Mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.

Für viele, auch für Judas, der Jesus verkauft,
auch für Petrus, der leugnet Jesus je gekannt zu haben.

Das Blut des Lammes rettet sie.
Gott bezahlt teuer mit diesem Blut ihre Lügen, ihre Angst, ihren Verrat.
– Sie sollen nicht verloren gehen, deshalb das Blut für den Bund.
Damit sie wieder in die Gemeinschaft des Bundes aufgenommen werden können;
damit sie durch diesen hohen Preis wieder würdig werden, Kinder Gottes, Jünger, Jüngerinnen Jesu genannt zu werden.

Für die vielen zahlt Gott diesen Preis.
Und es sind viele,
die warten, gerufen zu werden,
die geweckt werden müssen, um den Ruf zu hören,
die einen Stupser brauchen, um den Weg in den Bund Gottes mit den Menschen zu finden.

Wir sind diese Vielen und draußen sind noch viele der Vielen!

226    Seht, das Brot, das wir hier teilen

1. Seht, das Brot, das wir hier teilen, / das ein jeder von uns nimmt, / ist uns von dem Herrn gegeben, / immer will er bei uns sein, / immer will er bei uns sein.

2. Seht, das Brot, das wir hier teilen, / das ein jeder von uns nimmt, / ruft nach Brot, um zu ernähren / alle Hungernden der Welt, / alle Hungernden der Welt.

3. Seht, der Kelch, den wir jetzt teilen, / den ein jeder von uns nimmt, / ist ein Zeichen für den Frieden, / für den Bund in Christi Blut, / für den Bund in Christi Blut.

4. Seht, der Kelch, den wir jetzt teilen, / den ein jeder von uns nimmt, / mahnt uns, dass auch wir versöhnen / und verbinden, was getrennt, / und verbinden, was getrennt. Fürbitte – Vater Unser

Fürbitte – Vater Unser

Gütiger Gott,
wir danken dir für die Pause,
für den grünen Donnerstag in der Karwoche.
Für einen Moment schöpfen wir Luft,
stärken uns am Tisch des Herrn.

Und wissen doch,
dass der Tod schon zu seinem Schlag ausholt.
Heiliger, nimm uns unsere Angst!
Sprich zu uns!
Wir wollen dich hören in dieser lähmenden Stille.
Lege deine Kraft in uns,
in alle,
die ihre Angst, die Leere, ihre Sorgen
nicht mehr tragen können.
Nimm sie auf deine Schulter!

Du Mächtiger, du Gütiger:

!Lass uns nicht allein!

In der Stille sagen wir dir, was uns wichtig ist.

Vater Unser im Himmel …

Segen

Nachspiel

Bibelübersetzungen der Zürcher Bibel für das Alte Testament und der Neuen Genfer für das Neue Testament
An der Orgel Elvira Derevnin
Liturgen Waltraud Dalheimer, Kim Herrmann, Lea Meyer, Melanie Meyer.
Gebete Melanie Meyer, Michael Diezun
Andachten Pfarrer Michael Diezun, Karfreitag Pfarrerin Monika Ruge
Bild, Ton und Schnitt Marius Bornfleth

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