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Passionsandacht am Dienstag, 07.04.20

Vorspiel

86.1   Jesu, meines Lebens Leben

1. Jesu, meines Lebens Leben,
Jesu, meines Todes Tod,
der du dich für mich gegeben
in die tiefste Seelennot,
in das äußerste Verderben,
nur dass ich nicht möchte sterben:
tausend-, tausendmal sei dir,
liebster Jesu, Dank dafür.

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“

           „Amen!“

„Unser Anfang und unsere Hilfe steht im Namen des Herrn“

           „der Himmel und Erde gemacht hat!“

„Der Herr sei mit euch!“

           „Und mit deinem Geist!“

Psalm 32     

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist!

Denn da ich es wollte verschweigen,
verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.
Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir,
dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird.

Darum bekannte ich dir meine Sünde,
und meine Schuld verhehlte ich nicht.
Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen.
Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.

Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst;
darum, wenn große Wasserfluten kommen,
werden sie nicht an sie gelangen.

Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten,
dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.

Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen,
den du gehen sollst;
ich will dich mit meinen Augen leiten.

Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die ohne Verstand sind,
denen man Zaum und Gebiss anlegen muss;
sie werden sonst nicht zu dir kommen.

Der Gottlose hat viel Plage;
wer aber auf den Herrn hofft,
den wird die Güte umfangen.
Freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten,
und jauchzet, alle ihr Frommen.

„Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen."

Gebet

Du Heiliger,
du stellst uns die Maultiere vor Augen,
wir sollen nicht sein, wie die, die ohne Verstand sind,
die nur durch Zaum und Gebiss
auf den Weg zu dir gezwungen werden.

Nein, so wollen wir nicht sein.
Wir wollen aus freier Entscheidung zu dir kommen.
Wir wollen dein Wort hören,
weil wir spüren, dass es uns gut-tut.

Nun umfange uns mit deiner Güte
und lass uns vor Freude jubeln,
weil wir bei dir geboren und in Sicherheit sind.

Amen

178.9 Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie eleison

Genesis 11.1-9

4 Und sie sagten: Auf, wir wollen eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze bis an den Himmel reicht, und uns so einen Namen machen, damit wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen.

5 Da stieg der HERR herab, um die Stadt zu besehen und den Turm, die die Menschen bauten.

6 Und der HERR sprach: Sieh, alle sind ein Volk und haben eine Sprache. Und dies ist erst der Anfang ihres Tuns. Nun wird ihnen nichts mehr unmöglich sein, was immer sie sich zu tun vornehmen.
7 Auf, lasst uns hinabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner mehr die Sprache des andern versteht.
8 Und der HERR zerstreute sie von dort über die ganze Erde, und sie liessen davon ab, die Stadt zu bauen.

9 Darum nannte man sie Babel, denn dort hat der Herr die Sprache aller Bewohner der Erde verwirrt, und von dort hat der HERR sie über die ganze Erde zerstreut.

585    Bleibet hier und wachet mit mir. Wachet und betet, wachet und betet!

Markus 14.27-31

27 Jesus sagte zu seinen Jüngern: »Ihr werdet euch alle von mir abwenden. Denn es heißt in der Schrift: ›Ich werde den Hirten töten, und die Schafe werden sich zerstreuen.‹ 28 Aber nach meiner Auferstehung werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.«

29 Doch Petrus versicherte: »Auch wenn alle sich von dir abwenden – ich nicht!«

30 Jesus erwiderte: »Ich sage dir: Noch heute Nacht, bevor der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.«

31 Aber Petrus erklärte mit aller Entschiedenheit: »Und wenn ich mit dir sterben müsste – ich werde dich niemals verleugnen!« Das Gleiche beteuerten auch alle anderen.

Bleibet hier und wachet mit mir. Wachet und betet, wachet und betet!

Markus 14.32-42

32 Jesus und seine Jünger kamen an eine Stelle ´am Ölberg`, die Getsemane heißt. Dort sagte er zu ihnen: »Setzt euch hier und wartet, bis ich gebetet habe!«

33 Petrus, Jakobus und Johannes jedoch nahm er mit. Von Angst und Grauen gepackt, 34 sagte er zu ihnen: »Meine Seele ist zu Tode betrübt. Bleibt hier und wacht!« 35 Er selbst ging noch ein paar Schritte weiter, warf sich zu Boden und bat Gott, die Leidensstunde, wenn es möglich wäre, an ihm vorübergehen zu lassen.

36 »Abba, Vater«, sagte er, »alles ist dir möglich. Lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen! Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.«

37 Als er zu den Jüngern zurückkam, schliefen sie. Da sagte er zu Petrus: »Simon, du schläfst? Konntest du nicht einmal eine einzige Stunde wach bleiben? 38 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach.«

39 Jesus ging wieder weg und betete noch einmal dasselbe.

40 Als er zurückkam, waren sie wieder eingeschlafen; sie konnten die Augen vor Müdigkeit nicht offen halten und wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.

41 Als er das dritte Mal zurückkam, sagte er: »Wollt ihr noch länger schlafen und euch ausruhen? Es ist so weit! Die Stunde ist gekommen; jetzt wird der Menschensohn in die Hände der Sünder gegeben.

42 Steht auf, lasst uns gehen! Der, der mich verrät, ist da.«

Bleibet hier und wachet mit mir. Wachet und betet, wachet und betet!

Andacht

„Von Angst und Grauen gepackt, 34 sagte er zu ihnen: ‚Meine Seele ist zu Tode betrübt. Bleibt hier und wacht!‘“

Vielen wäre ein Jesus lieber, der über den Dingen steht. Der, der übernatürlich ist. Jemand zu dem man Aufblicken kann.

Jesus ist Mensch, wahrer Mensch – das bedeutet: Er ist genauso wie wir.

Voller Angst. Voller Fehler. Genervt. Wütend. Enttäuscht.

Im Garten Getsemane ist Jesus enttäuscht.
Enttäuscht über seine Freunde, seine Wegbegleiter und Jünger.
Natürlich sind die auch im Stress, jetzt in Jerusalem, wo nichts mehr gelingt.
Kein Wunder. Keine Diskussion mehr, in der Jesus noch überzeugt.

Jesus sieht, dass er nach menschlichem Ermessen scheitern wird.
Verrat. Auslieferung. Sie wollen ihn loswerden, die geistlichen Autoritäten, die wirtschaftlich Einflussreichen.
– Loswerden? Sie werden ihn töten.

Das steht Jesus vor Augen.

Wie soll man da keine Angst haben? Das Grauen, kriecht unter die Jacke, nistet sich ein, zwischen den Haaren, hinter den Ohren, auf der Haut: Das Grauen schließt Jesus ein.

Wenn nur einer da wäre, der oder die das Grauen bei Seite wischen würde.
Ein liebevolles Wort, ein tröstender Arm.
Das ist, was ein Mensch braucht!

Jesus ist Mensch, wie wir.
Wenn Gott nach rechts, an seine Seite schaut,
sieht er den Menschen -
und er weiß, was wir brauchen.

86.6+7

6. Du hast dich in Not gestecket,
hast gelitten mit Geduld,
gar den herben Tod geschmecket,
um zu büßen meine Schuld;
dass ich würde losgezählet,
hast du wollen sein gequälet.
Tausend-, tausendmal sei dir,
liebster Jesu, Dank dafür.

7. Deine Demut hat gebüßet
meinen Stolz und Übermut,
dein Tod meinen Tod versüßet;
es kommt alles mir zugut.
Dein Verspotten, dein Verspeien
muss zu Ehren mir gedeihen.
Tausend-, tausendmal sei dir,
liebster Jesu, Dank dafür.

Fürbitte – Vater Unser

Herr,
auch in der Gemeinde sind wir vom Virus betroffen:
Keine Gottesdienste, in denen man einander sieht,
keine Bibelstunden, in denen man aufeinander hört.

Lass uns trotz der zwei Metern Abstand zwischen uns,
durch Hauswände getrennt voneinander,
deine Nähe spüren
und verbinde uns zu dem einen Leib deiner Gemeinde.

!Du naher Gott, lass uns deine Nähe spüren!

Herr,
du musst jetzt weite Wege gehen:
Suche die, die dich verloren haben.
Denen du egal geworden bist, weil ihr Leben so voll ist.
Gehe zu denen, die vor Angst und Traurigkeit,
niemandem, auch dir, nicht vertrauen können.
Wenn wir im Haus sitzen müssen,
dann geh, du, Herr, die weiten Wege
zu den Menschen, die dich brauchen!

!Du nahender Gott, lass uns deine Nähe spüren!

Was uns sonst noch auf dem Herzen liegt,
sagen wir dir in der Stille.

Vater Unser im Himmel …

Segen

Nachspiel

Bibelübersetzungen der Zürcher Bibel für das Alte Testament und der Neuen Genfer für das Neue Testament
An der Orgel Elvira Derevnin
Liturgen Waltraud Dalheimer, Kim Herrmann, Lea Meyer, Melanie Meyer.
Gebete Melanie Meyer, Michael Diezun
Andachten Pfarrer Michael Diezun, Karfreitag Pfarrerin Monika Ruge
Bild, Ton und Schnitt Marius Bornfleth

Kirchen