Sonntag  |  18. November 2018  |  15:00 Uhr  |  Lukaskirche

Nach 32 Jahren in unserer Gemeinde verabschiedet sich Pfarrer Hans-Jürgen Ziegenhagen in den Ruhestand.

„Denn dass ich das Evangelium predige, dessen darf ich mich nicht rühmen; denn ich muss es tun.” (1Kor 9,16)

Als ich gebeten wurde, Worte zum Abschied von Pfarrer Ziegenhagen aus dem Dienst an unserer Gemeinde zu schreiben, habe ich mir Daten und Fakten besorgt, alte Gemeindebriefe durchforstet und in meinem Gedächtnis gekramt, um möglichst genau und gewissenhaft Rückschau zu halten über sein Wirken in unserer Gemeinde. Als wenn das nach zweiunddreißig Jahren Dienst in unserer Gemeinde jemand nicht wüsste! Anlässlich seines 25. Ordinationsjubiläums hat mein damaliger Presbyterkollege Klaus Lorleberg in einem Artikel in unserem Gemeindebrief die Gemeindearbeit von Pfarrer Ziegenhagen rund um die Lukaskirche sehr ausführlich gewürdigt. (s. Gemeindebrief Nr. 46, Seite 12)

Worüber ich heute schreiben möchte, ist ein Nachspüren seines Wirkens auf mich selbst. Es sind die vielen kleinen und großen Erinnerungen an Gottesdienste, Presbyteriumssitzungen, Presbyter-Klausurtagungen, Gespräche im Rahmen meiner Vorsitztätigkeit, Begegnungen bei Gemeindefesten oder beim Kirchenkaffee, in guten wie in schwierigen Zeiten, von denen ich hier einige erzählen möchte.
Auch wenn es hier nicht um meine Person geht, denke ich doch, dass es Vielen geht wie mir. Pfarrer Ziegenhagen begegnet mir stets zugewandt und freundlich. Er hat immer ein gutes Gespür für das, was gerade dran ist. Ich fühle mich stets von ihm wertgeschätzt und ernstgenommen. In Glaubensfragen vertritt er klare Positionen, durch ihn habe ich viel über unseren Glauben lernen können.
Seine intensive Art, mit der er in der Lukaskirche, seiner Heimat, Gottesdienste feiert, berührt mich und die anderen Gottesdienstbesucher. Dass in der Lukaskirche alle Liedstrophen gesungen werden, verbreitet eine besondere Stimmung. Sagt doch Augustinus, wer singt, betet doppelt. Seine Art, die Psalmen zu beten, zeugt von einem besonderen Verständnis der Liturgie. Überhaupt ist ihm die Liturgie wichtig. So wie sie in unserer Gemeinde gefeiert wird, gibt sie der Gottesdienstgemeinde Sicherheit und Muße, sich auf Gebet und Wort zum Lob Gottes einzulassen.
Aus einer Presbyteriumssitzung ist mir besonders gut in Erinnerung, wie er davon sprach, dass unsere Vorfahren im evangelischen Glauben dafür gekämpft haben, aus einem Kelch das Abendmahl empfangen zu dürfen, eine Säule unseres evangelisch Seins. Wir haben das im vergangen Jahr anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums gefeiert. Das Foto zeigt ihn in fröhlicher und ausgelassener Feierstimmung, eine Seite, die ich auf gemeinsamen Presbyterfreizeiten und Gemeindefesten auch erleben konnte.
Es gäbe noch viel zu erzählen. Ich bin überzeugt, dass Sie, liebe Leser, jetzt sagen, ja genau, so ist er und dass Ihnen auch viele gute Momente mit Pfarrer Ziegenhagen einfallen.
Wenn er jetzt nach zweiunddreißig Jahren Dienst in unserer Gemeinde in den Ruhestand geht, sind viele Menschen sehr traurig. Rund um die Lukaskirche hat er über eine Generation die Menschen begleitet, war ihr Seelsorger in frohen und traurigen Zeiten. Dafür danke ich ihm, auch im Namen des Presbyteriums und der Gemeinde, sehr herzlich.
Gleichzeitig müssen wir uns auch von Doris Ziegenhagen verabschieden. Sie hat ihrem Mann stets mit Tatkraft und Herzblut zur Seite gestanden und in vielfältiger Weise die Gemeindearbeit mitgestaltet. Für dieses Engagement danken wir ihr herzlich! Wir wünschen ihr und Pfarrer Ziegenhagen Gottes Segen und Gesundheit für viele gute Jahre im wohlverdienten Ruhestand.

Barbara Gigowski

Kirchen